| Helsinki, 01. Juli 2010 | |
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Die erste Nachricht nach Hause. (Hier und für alle folgenden Etappen gilt: während der Reise entstandene Mail-Nachrichten an Familie und Freunde in roter Schrift im Unterschied zu nachträglichen Bemerkungen in blauer Schrift), ... Danke für die Mail-Nachricht. Mit dem Telefon ist es ein kleines Problem. Ich habe zu spät mitbekommen, dass es geläutet hat. Du musst etwas Geduld haben. Bis ich es mitbekomme, Umweltgeräusche, das Telefon aus der Hosentasche kramen, den richtigen Knopf drücken... Da warst du schon wieder weg. Warum die Simserei zeitversetzt funktioniert, weiß ich nicht. Aber das alles bekommen wir noch hin. Anrufen solltest immer du, außer wenn ich mir das Bein breche oder das extrem ärm Dier haben sollte. So viel Kapazität habe ich ja nicht gespeichert. Gestern wollte ich also einen ersten Bericht basteln (mit Fotos) und musste festellen, dass meine Website futsch ist. Futsch und weg. Ich habe lange nicht mehr draufgeschaut. Als ich die Seite des Providers aufschlug, fand ich eine Mitteilung, dass die Jungs Ende des letzten oder Anfang dieses Jahres den Betrieb eingestellt hatten, mit einem netten Dank für die Treü der Kunden. Ich bin ziemlich sauer 1. wegen der vielen Arbeit und Mühe, die drin steckte und 2. weil ich nun nur verbale Emailberichte absetzen kann. Das ist trocken und langweilig. Also hier ein Stichwortbericht. In Travemünde gab es unter den lange Wartenden drei Attraktionen. Zwei wunderbare Oldtimer, die zu einem Treff nach Finnland fuhren, eine urige finnische Motorradbande (Mäner aus den Wädern oder Steppen Eurasiens oder Wikinger mit dicken Bäuchen) und mein Radel. Es brachte mir nette Gesllschaft auf dem Schiff, Fans, Bewunderer... Am Abend des zweiten Tages sah ich das Ende dieses Berlin/Thrillers [die Wahl des neuen Bundesprsäsidenten]. Na ja, blöde Linke. Die haben sich und uns keinen Gefallen getan. Als die Jochimsen zurücktratt, gab es doch Hoffnung. Ankunft in Helsinki in aller Frühe. Angenehme Herberge abgesehen von den Schnarchern (warum muten die sich eigentlich der Umwelt zu?). Mit Ohropax ist es zu ertragen. Stadtbummel. Markt am Hafen, erste Begegnung mit Russland (kirchlich in der Uspenenski/Kathedrale). Einen finnisch-westlichen 'Dom' haben sie hier auch. Klassizistisch und lutherisch kühl. Da weiß der Kölner, was er an seinem gothisch-katholischen Dom hat. Aber schön ist der hier doch auch und von überall her zu sehen. Die erste weiße Nacht habe ich mit dem Computer vertan. Heute wird es anders. Erkundigungen zu Russland. Es gibt Leute, die es [mit dem Fahrrad nach St. Petersburg fahren] gemacht haben... Es geht! Ich fahre aber der Grenze ein Stück mit Bus oder Bahn entgegen, damit ich mehr Zeit habe. Was die Hitze angeht, In den Schatten setzen, was Kühles trinken... dann ist sie zu überstehen, wenn nicht zu genießen. Ganz liebe Grüsse also Dir und allen, die eine Kopie bekommen, von Deinem (Eurem) Radler Otto | |
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Der Anleger der Fähre liegt weit im Osten der Stadt. Das Zentrum zu finden, war kompliziert. Der erste Finne, der mir begegnete, hieß Otto, konnte aber keine Auskunft geben. Andere verstanden weder englisch noch deutsch. Immerhin habe ich ein finnisches Wort gelernt: KESKKUSTA, Zentrum. Am Ende kam ich doch zum Hafen und von dort zur Herberge. Dieser Otto ist mir dann noch ein paar Mal begegnet. |
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Auf dem Weg zur Herberge begegnete mir, vor dem Parlamentsgebäude, die finnische Anti-AKW-Bewegung. Sie demonstrierte gegen neue Atomzentralen in Beloruss (und anderswo?). |
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Die Jugendherberge versteckt sich hinter dem Olympiastadion von 1952. |
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Auf dem Markt am Hafen gibt es Erdbeeren, Zuckererbsen und andere Köstlichkeiten, Kartoffeln (aus dem Meer?) sowie dies und das für die Lieben zu Hause. |
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Zwei prominente Kirchen: Die orthodoxe Uspenenski-Kathedrale und der lutheranische Dom, vor dem Zar Alexander II über die Vergänmglichkeit der Welt nachzudenken scheint.
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Und am Hafen erinnert ein anderes Denkmal an kaiserlichen Besuch. Das Latein ist nicht so gut gelungen, aber gewiss gut gemeint: "Imperatrice Alexandrae, Metropolin Finnlandiae"". |
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Ich habe kein Foto vom Luther, der auch in so einer Nische steht; dafür eines von Melanchthon in reformatorischer Nüchternheit.
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