21. August 2010
Heute Nachmittag bin ich in Malbork angekommen und habe mir gesagt: ""Man soll den Tag nicht vor dem nächsten loben. Heute den ganzen Tag heftiger Gegenwind und eine Straße aus den neunzehnhundertsechziger Jahren: schrundig wie die Haut eines uralten Mannes mit weichen Beulen und harten Knubbeln, der Asphalt hier und da wie Hefekuchenteig, klebrig wie Pech (im Märchen: Aschenputtel verlor in so was den goldenen Schuh). Aber auch hier ein Lichtblick (es gibt immer einen!) Kostbarkeiten in einer kleinen Kirche unterwegs, sowie Radlerkollegin und -kollege aus Warschau mit einem kleinen Gespräch über die wundersamen Dinge am Rand der Straße.

Gleich nach der Ankunft die obligatorische Besichtigung pflichtgemäß absolviert: das Ordfensritterschloss. Deutscher Orden, ordentlich klischeehaft restauriert. Neugothik, Mittelalterklischee und ein paar nicht sonderliche Informationen über das Ordensleben der Ritter. Wie sich der Touri die mittelalterliche Architektur vorstellen soll. Nichts darüber, was wie hier angestellt haben (im Guten und im Schlechten). Und die Massen, die sich durch enge Türen drängen... Bin eher gelangweilt da durchgegangen. Aber wahrscheinlich sind auch polnische Restauratoren mit so einer Aufgabe überfordert. Restauration im 19. Jahrhundert, Zerstörung 1945 und erneute Resauration. Die ungeheure Macht, die der Orden dargestellt haben muss, ist bei allem doch spürbar.

Am Abend noch einmal in der Stadt. Sie genießen hier den Sommer im Park, auf den Bürgersteigen, im Rockkonzert (bisher noch keine größere Stadt ohne ein solches Angebot). Irgendwie wirkt es auf mich wie etwas Bescheidenes, auch von Armut geprägt, aber nicht ohne Lebensfreude. Das entschädigt auch wieder. Fürs Abendbrot entschied ich mich für ein Döner Kebab Special statt für Mc Donald.

Danach noch ein Bummel zur Nogat und ein zauberhafter Blick auf das Mittelalter.
text

text-text-text-text-text-text-text-text

text

text

text-text-text-text-text-text-text-text

text

text-text-text-text-text-text-text-text

text

text

text

text

text

text-text-text-text-text-text-text-text

text

text-text-text-text-text-text-text-text

text

Hier hat gewiss, wenn nicht der Beichtende, so doch der Beichtiger seine Lust.
text

text

text

text

text-text-text-text-text-text-text-text

text

text

text

text

text

text-text-text-text-text-text-text-text

text

text

text-text-text-text-text-text-text-text
Hier hat gewiss, wenn nicht der Beichtende, so doch der Beichtiger seine Lust.

text

Vor 600 Jahren musste sich der Orden fügen. Die Schlacht bei Grundwald spielt eine zentrale Rolle im polnischen Selbstverständnis, über die Zeitläufte hinbweg:

text

text

text-text-text-text-text-text-text-text

text

text

Vor dem Foto mit der Festung am Ende des 2. Weltkriegs wächst dann doch die Wertschätzung polnischer Restauratorenarbeit. Und zum guten Schluss: am Abend von der Nogat aus fotografiert im nächtlichen Licht. Mit der elektrischen Beleuchtung gehen man hier glücklicherweise sparsamer um als anderswo; oder lag es am Son et Lumière, das im Burghof gerade stattfand?

zurück zur vorhergegangenen Etappe
weiter zur nächsten Etappe
zurück zum Überblick über alle Etappen
Für Anmerkungen, Kritik, Vorschläge, Beschimpfungen (alles wird akzeptiert): Kontakt
home